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"Mama, warum haben wir eigentlich Fingernägel?" (Warum-Phase)

Die Warum-Phase

Dein Kind möchte die Welt entdecken und verstehen. Um das tun zu können, ist das Naheliegendste (sobald sie sprechen können) erstmal Fragen zu stellen – und da ihr die ersten Ansprechpartner eures Kindes seid, wird sich ein Großteil der Fragen direkt an euch richten. In der sogenannten Warum-Phase wird die Häufigkeit der Fragen stark zunehmen.

Dein Kind wird dir Löcher in den Bauch fragen, über alle nur erdenklichen Themen, „Mama warum ist das Gras grün?“, „Mama, warum geht das Licht an, wenn ich auf den Schalter drücke?“, „Mama, warum ist es nachts dunkel?", „Mama, warum haben wir eigentlich zwei Ohren, aber nur eine Nase?"

In der Regel beginnt die Warum-Phase mit ca. zwei/zweieinhalb Jahren. Das hängt stark von der individuellen Entwicklung eines jeden Kindes ab. Vor allem aber auch an der sprachlichen Entwicklung. Es gibt Kinder, bei denen die Warum-Phase nicht so ausgeprägt ist, sie fragen weniger nach, dafür aber beobachten sie sehr viel mehr und sammeln so ihr Wissen. Die Warum-Phase dauert in der Regel bis zum vierten oder fünften Lebensjahr an. Danach wird dein Kind auch noch Fragen haben, allerdings nicht mehr in dieser Intensität.

Du versuchst, alle Fragen mit besten Gewissen und Wissen zu beantworten, aber natürlich ist das irgendwann anstrengend und man ist vielleicht für einen kurzen Moment dazu geneigt, mit einem einfachen „Darum!!!“ zu antworten. Allerdings solltest du das vermeiden, denn die Warum-Phase ist eine sehr wichtige Phase für dein Kind, zum einen fragt dein Kind diese vielen Fragen, da es Dinge verstehen möchte und es neugierig ist. Es will die Welt kennenlernen und sich damit auseinandersetzen (Förderung der kognitiven Entwicklung). Auch wird es deinem Kind helfen, Situationen besser einschätzen zu können und in den Situationen selbstsicherer agieren zu können. Zum anderen wird durch die vielen Fragen auch die sprachliche Entwicklung deines Kindes gefördert, der Wortschatz wird erweitert und durch die viele Fragen wird der Sprachfluss deines Kindes immer flüssiger.

Die für uns so alltägliche Welt ist aus der Sicht deines Kindes sehr komplex und schwierig zu verstehen, deswegen braucht es deine Unterstützung. Auch wenn dir die Fragen manchmal völlig aus dem Zusammenhang gerissen vorkommen „Mama warum kann man die Luft nicht sehen?“. Dein Kind signalisiert dir mit dieser Frage, dass es lernen und verstehen möchte, oder vielleicht auch einfach nur mit dir ein Gespräch führen will.

Das ständige „Warum?“ kann anstrengend sein und vielleicht stellst du dir manchmal die Frage, ob dein Kind einfach nur fragt, damit es „etwas zu sagen hat“. Selbst wenn Letzteres der Fall ist, reagiere nicht genervt, nimm dein Kind ernst. So oder so will es mit dir in verbale Interaktion treten. Auch wenn dein Kind die gleiche Frage öfters stellt, beantworte sie ihm immer. Das häufige Stellen der gleichen Frage kann daran liegen, dass dein Kind die Antwort als noch nicht zufrieden stellend empfindet, oder aber, dass es die Antwort gerne hört und es sich vertraut für dein Kind anfühlt/anhört.

In manchen Fällen kann das schier unendliche Fragen eines Kindes auch ein Mangelsymptom darstellen. Das Kind könnte unter Mangel von direkten bzw. ausgiebigen Kontakt mit den Eltern (außerhalb der täglichen Routinen) leiden, oder auch am Mangel an Begegnungen mit anderen, ein Mangel an gefühlsmäßiger Zuwendung oder intellektueller Herausforderung/Förderung könnten auch ein Grund dafür sein. Du solltest also die Motivation für die vielen Fragen deines Kindes herausfinden.

Hier ein paar Tipps für dich

Wenn du die Fragen beantwortest, gehe nicht zu sehr ins Detail dabei, du musst die Dinge nicht wissenschaftlich begründen. Es geht darum, dass es für dein Kind nachvollziehbar und logisch ist. Umso älter dein Kind wird und Zusammenhänge verstehen kann, kannst du die Erklärungen auch vertiefen.

Solltest du das Gefühl haben, dass dein Kind dich mit Endlos-Fragen bombardiert, dann kannst du auch einfach eine Gegenfrage stellen, „Warum denkst du, ist das so?“ So wird dein Kind angeregt zu überlegen und wer weiß, was dein Kind für spannende Antworten hat.

Du solltest auch auf Fragen antworten, die sich um vermeidlich „unangenehme“ Themen drehen, wie beispielsweise der Tod, Sexualität etc. Hierbei solltest du wieder drauf achten, dass du altersgerecht antwortest. Mit drei Jahren braucht dein Kind noch keine ausführlichen Erklärungen. Du kannst dir bei Themen, bei deren Beantwortung du dich unsicher fühlst auch Bücher zur Hilfe nehmen.

Du musst nicht auf alle Fragen eine Antwort haben. Es ist völlig in Ordnung, wenn du deinem Kind sagst, dass du da gerade auch keine Antwort darauf hast. Biete ihm an, dass ihr die Antwort entweder gemeinsam rausfindet, mit Hilfe eines Lexikons etc. Du kannst aber auch anbieten, die Frage aufzuschreiben und ihr sie dann gemeinsam jemanden stellt, der sich in diesem Bereich auskennt. So lernt dein Kind auch gleich, dass Erwachsene in diesem Fall die Eltern auch nicht allwissend sind und dass man das auch gar nicht sein muss.

Wenn dir die Fragerei doch mal zu viel wird, bzw. die Situation gerade unpassend ist, kannst du mit deinem Kind vereinbaren, dass du dir die Fragen aufschreibst und sie dann später mit ihm durchgehst. Was nur wichtig ist, dass du dann auch darauf achtest, dies auch wirklich zu tun. Denn wenn dein Kind das Gefühl hat, dass das nur dazu dient, es ruhig zu stellen und die Fragen nicht mehr aufgegriffen werden, wird das zufolge haben, dass dein Kind sich nicht ernstgenommen und gesehen bzw. gehört fühlen wird.

Solltest du an den Punkt kommen, dass die nächste Frage dich wirklich zum ausrasten bringen könnte (was ein gewissen Situationen nur menschlich ist), dann sage das deinem Kind respektvoll. „Ich werde jetzt erstmal keine Fragen mehr beantworten, ich bin müde und brauche eine Pause.“ Das wird dein Kind verstehen, auch wenn es ihm vielleicht nicht gefallen wird. Diese ehrliche und klare Ansage ist aber wesentlich besser, als genervte und halbherzige Antworten zu geben.

 Die Neugier deines Kindes ist eine lebensnotwendige Antriebskraft, denn dein Kind muss so viel lernen und das in wirklich kurzer Zeit. Die Neugier äußert sich je nach Alter unterschiedlich. Kleinkinder wollen Dinge anfassen und in den Mund nehmen, Kindergartenkinder/Vorschulkinder lernen eben durch kontinuierliches Nachfragen. Und wenn du diese ausbremst, wäre das absolut kontraproduktiv. Ganz im Gegenteil, fördere die Neugier deines Kindes, denn so wird es auch in seinem späteren Leben Lust daran haben, sich für neue Dinge zu interessieren und zu lernen.

Abschließend ist zu sagen, genieße die Zeit in der deine Kinder dich als nahezu allwissend ansehen und so viel wie möglich mit dir kommunizieren wollen. Denn es werden Phasen im Leben deines Kindes kommen, da könnte das etwas anders aussehen ;)

 

 

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